Vom Lehrer zum VBS-Kommunikationschef

Kein Bundesrat mehr könnte ohne sie sein – die Kommunikationschefs der Departemente. Genau diesen Job hat Urs Wiedmer. Er ist Chef der Kommunikation im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) von Bundesrat Guy Parmelin.

VBS-Kommunikationschef Urs Wiedmer im Gespräch. (© VBS)

Der grossen Masse ist Urs Wiedmer seit seinem Job als Moderator der SRF-Politsendung „Arena“ bekannt. Er leitete gekonnt die Diskussionsrunden und wurde als gut vorbereiteter Politik-Journalist geschätzt. Anfangs 2016 hat er die Seiten gewechselt und berät seitdem als Chef Kommunikation des VBS SVP-Bundesrat Guy Parmelin bei seinen Auftritten in der Öffentlichkeit. Bildung-Schweiz.ch konnte sich mit Urs Wiedmer über seine Karriere und seine neuen Aufgaben unterhalten.

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Herr Wiedmer, wie ging Ihr beruflicher Werdegang?

„Ich machte zuerst eine Ausbildung am Staatlichen Seminar in Bern und arbeitete danach mehrere Jahre als Lehrer, Schulleiter und als Ausbildner von zukünftigen Lehrern. Nach einigen Jahren in der Schulstube hatte ich mich teilzeitmässig als Journalist, Redaktor, Moderator und Produzent beim Stadtberner Lokalradio „Förderband“ betätigt. Später wechselte ich dann vollamtlich zum damaligen Schweizer Radio DRS und absolvierte dort die SRG-interne Journalisten-Ausbildung. Nach diversen Aufgaben, sowohl bei Radio wie ab 2007 auch beim Fernsehen, arbeitete ich nach der „Arena“ zuletzt in der Bundeshausredaktion in Bern.“

Absolvierten Sie Weiterbildungen?

„Ich habe in meiner beruflichen Karriere zahlreiche Weiterbildungen absolviert. Die Hauptmotivation war immer der Ansporn „mehr Wissen zu wollen“, beispielsweise kamen anfangs 90-er Jahre die Computer auf. Ich wollte rund um diese neuen Informationstechnologien immer auf dem neusten Stand sein. Das war damals noch möglich. Gleichzeitig nutzte ich die verschiedensten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, damit ich auch beruflich immer auf dem neusten Wissensstand war.“

„Die Hauptmotivation war immer der Ansporn „mehr Wissen zu wollen“

Was waren Ihre Gründe für den Wechsel ins VBS?

„Nach 30 Jahren im Berufsleben habe ich mich im Herbst 2015 entschieden, nochmals etwas Neues anpacken zu wollen. Nach der Wahl in die Landesregierung hat mich Bundesrat Guy Parmelin Ende Dezember als Kommunikationschef ins VBS und in sein persönliches Team berufen. Hier profitiere ich von meiner vielseitigen Berufserfahrung, meinem  breiten, vertieften Wissen und Netzwerk in der Politik- und Medienwelt.“

Was sind Ihre Aufgaben als Chef Kommunikation VBS?

„Auf der einen Seite berate ich Bundesrat Parmelin bei seiner persönlichen Öffentlichkeitsarbeit. Wo tritt er auf? Was sagt er? Wie sagt er es? Oft begleite ich Bundesrat Parmelin bei seinen Auftritten, organisiere Interviews, bin Ansprechperson für dies und das. Zudem möchte er von mir wissen, welche Themen aktuell sind oder was ich aus kommunikativer Hinsicht über die eine oder andere Angelegenheit denke. Auf der anderen Seite bin ich inhaltlich verantwortlich für die Kommunikation des ganzen VBS, das heisst für das ganze Departement. Hier geht es vor allem um die externe Kommunikation. Inhaltlich sind mir rund 60 Personen unterstellt. Das umfasst z.B. alle Kommunikationsleute bei der Armee, beim Bevölkerungsschutz oder beim Bundesamt für Sport, oder die Verantwortlichen, die in den verschiedenen Bundesämtern die Websites betreuen. Darüber hinaus berate ich auch die Geschäftsleitungen der Bundesämter in kommunikativer Hinsicht. Und von meiner früheren Tätigkeit beim Fernsehen kennen mich viele Politiker. Wenn sie ein Anliegen haben, kommen sie auf mich zu und ich helfe Ihnen, soweit ich kann, weiter.“

Welchen Reiz hat dieser Job für Sie?

„Diese Aufgabe ist sehr vielseitig, immer spannend und sehr anspruchsvoll. Mir war es in den vergangenen elf Monaten noch nie langweilig. Besonders reizvoll ist, dass ich viele Verantwortliche wie ein Trainer seine Mannschaft während dem Spiel als Coach und Berater unterstützen kann. Die Abwechslung ist ebenfalls sehr gross – manchmal habe ich beispielsweise mit der Armee zu tun, dann wieder mit Sport, schliesslich möchte der Bevölkerungsschutz meine Meinung wissen und der Nachrichtendienst ebenso. Oder Swisstopo braucht zum Beispiel einen Türöffner zum Schweizer Fernsehen, wo ich gerne vermittle.“

„Besonders reizvoll ist, dass ich viele Verantwortliche wie ein Trainer seine Mannschaft während dem Spiel als Coach und Berater unterstützen kann.“

Was sind für Sie die Herausforderungen in Ihrem Beruf?

„Man muss die laufenden Entwicklungen im Departement jederzeit antizipieren können: Was heisst das für die Öffentlichkeitsarbeit? Was können wir wie kommunizieren? Welches sind die besten Möglichkeiten? Eine weitere Herausforderung war für mich am Anfang sicher die französische Muttersprache meines Chefs. Ich hatte noch nie einen Romand als Vorgesetzten. Das funktionierte aber von der ersten Minute weg hervorragend. Wir verstehen uns sehr gut.“

Sie waren bei SRF als Moderator stark in der Öffentlichkeit präsent. Nun sind Sie im Hintergrund aktiv. Vermissen Sie dies?

„Nein, ich vermisse es nicht. Ganz weg ist diese Öffentlichkeit ja noch nicht. Noch immer werde ich relativ oft in der Öffentlichkeit erkannt. Und an der Seite eines Bundesrates fällt man auch oft auf. Diese Präsenz stört mich nicht. Ich habe sie aber auch nie aktiv gesucht. Für mich stand immer die spannende, abwechslungsreiche Arbeit – auch im Team – im Vordergrund.“

Als Moderator/Reporter berichteten Sie über Geschehenes oder leiteten Gesprächsrunden. Nun stehen Sie auf der anderen Seite und beraten solche Gesprächspartner bei ihrem Vorgehen. Wie einfach ging für Sie die Umstellung?

„Die Umstellung war leichter als erwartet. Mein Alltag ist ja auch nicht völlig anders. Er ist immer noch geprägt von Geschichten. Einige wollen wir selber erzählen, zu anderen beantworten wir die unterschiedlichsten Fragen. Bei den Briefings vor den Medienkonferenzen spielen wir jeweils zum Beispiel die möglichen Fragen durch. Bis jetzt sind dann bei den Medienkonferenzen nie wirklich Fragen aufgetaucht, die ich nicht erwartet habe. Das zeigt mir, dass ich die zu erwartenden Fragen durchaus kenne.“

Social Media prägt die heutige Zeit sehr. Wie stark spüren Sie diese Entwicklung und was ändert sich dadurch in Ihren Aufgaben?

„Wir spüren diese Entwicklung tagtäglich. Und wir wollen uns dieser Entwicklung auch stellen. Es ist ja auch ein Vorteil: Wir können diese Kanäle selber nutzen und unsere Informationen auch ohne traditionelle Medien wie Zeitungen, Radio und TV selber weitergeben. Ein Beispiel: Mein Video von Bundesrat Parmelin in Rio, während der Zieleinfahrt des späteren Olympiasiegers Fabian Cancellara, wurde dutzendfach weiterverbreitet, fast alle Onlinemedien haben es aufgenommen und sogar SRF hat es ausgestrahlt.“

Das VBS ist ein Departement der Kontraste. Da gibt es die Highlights wie die Würdigung von Olympiasiegern und auf der anderen Seite harte Budget-Diskussionen über die Armee oder wie kürzlich Tragödien. In wie weit ist dies eine Herausforderung in Ihrem Berufsalltag?

„Das ist eine grosse Herausforderung. Aber gerade diese Abwechslung macht meine Arbeit auch extrem spannend. Und sie erfordert höchste Flexibilität. Diese musste ich aber auch schon früher als Journalist unter Beweis stellen. Auch da konnte sich ein Szenario innert Sekunden anders entwickeln als erwartet. Das ist beim VBS nicht anders.“

Wie weit gehört es zu Ihrer Aufgabe, auch Ihren Bundesrat vor peinlichen Auftritten zu schützen, wie sie schon anderen Mandatsträgern passiert sind?

„Das ist eine meiner Kernaufgaben. Sie ist mir enorm wichtig. Deshalb begleite ich meinen Bundesrat so oft wie möglich, damit ich diese Verantwortung selber wahrnehmen kann.“

„Gerade die Abwechslung macht meine Arbeit auch extrem spannend.“

Gibt es in so einer Funktion überhaupt die Möglichkeit abzuschalten?

„Die Möglichkeiten gibt es – und sonst muss man sie sich nehmen. Die 60-80 Stunden-Woche ist zwar sehr anstrengend, aber ich konnte bis jetzt immer gut schlafen. Zum Glück habe ich ein hervorragendes Team, welches mich in meiner Tätigkeit voll und ganz unterstützt und mir auch den Rücken freihält.“

Bereits jetzt dürfen Sie auf einen sehr spannenden beruflichen Werdegang zurückblicken. Würden Sie im Nachhinein etwas anders machen?

„Nein. Ich hatte in meinem Leben immer das grosse Glück, dass ich für meine beruflichen Aufgaben meistens angefragt wurde. Ich konnte mit grossem Engagement die in mich gestellten Erwartungen erfüllen. Ich hoffe, dass ich das in den nächsten Monaten und Jahren weiterhin so erleben darf.“

Vielen Dank für das Gespräch!



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