„Digital First“ in der öffentlichen Kommunikation

Die digitale Kommunikation macht vor nichts halt - weder vor der öffentlichen Verwaltung noch vor der Politik. Mit webbasierten Applikationen und spezifischem Know-how kommunizieren die Profis von öffentlichen Institutionen mit ihren Ansprechsgruppen, zum Beispiel interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

Responsiv und auf die Anliegen des Bürgers ausgerichtet - das ist die Kommunikation der Zukunft in öffentlichen Verwaltungen.
Responsiv und auf die Anliegen des Bürgers ausgerichtet - das ist die Kommunikation der Zukunft in öffentlichen Verwaltungen.

Die öffentliche Verwaltung soll sich – ganz im Sinne von „Digital First“ – responsiv und innovativ auf Bürgeranliegen ausrichten, sagt Politikwissenschaftlerin Adrienne Fichter, denn Kommunikation und Medienarbeit würden im Rahmen der Digitalen Demokratie einen immer höheren Stellenwert erhalten. Diesem Umstand müssten Verwaltung und öffentlichen Institutionen künftig Rechnung tragen. Ein Fokus solle dabei auf der eingangs erwähnten Digitalen Demokratie liegen, führt die Lehrgangsleiterin Fichter aus. „Wichtig ist, Wissen und Instrumente zu vermitteln, wie Bürger in die Entwicklung von Dienstleistungen des öffentlichen Sektors partizipativ und digital miteinbezogen werden können, mit Hilfe neuester Erkenntnisse aus der EGovernment und Civic Tech-Forschung“, erklärt die Politologin. Mit dem CAS „Digital Public Communication and Services“ wird nicht nur eine Marktlücke geschlossen. Vielmehr bereitet der Lehrgang auf die Kommunikation der Zukunft vor.

Digitaler Wandel prägt die Kommunikation

Der moderne Bürger von heute bewegt sich ständig im Netz, informiert sich, bildet sich Meinungen und will sich mit anderen austauschen. „Eine Weiterbildung, welches Digital Storytelling (Kommunikation und Medienarbeit) mit Modellen der Digitalen Demokratie in einem CAS verbindet, ist deshalb ein innovativer Ansatz“, erklärt die Social Media-Expertin. „Wichtig erscheint mir, dass Verwaltungen und Gemeinden digitale Kanäle nicht als Zusatzbelastung sehen, sondern als einen Mehrwert, den der Bürger schätzt“. Das Konzept „Gemeinde 4.0“ umfasst Partizipation, Innovation und Dynamik. Adrienne Fichter erläutert: „Diesen wachsenden Anforderungen müssen öffentliche Institutionen gerecht werden. Um im verschärften Wettbewerb um Aufmerksamkeit auf sozialen Medien und anderen Plattformen bestehen zu können, müssen Inhalte kreativ, zielgruppengerecht, bürgernah – und (natürlich) digital vermittelt werden – exakt dort, wo sich die lokalen Communities befinden.“

Infoabend zum CAS "Digital Public Communication and Services"

Wer sich für das CAS „Digital Public Communications and Services“ interessiert, sollte sich den 18. September 2017 vormerken, wenn im Rahmen eines Informationsabends ausführlich über die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der FHS St. Gallen orientiert wird.

Aktuelle Informationsanlässe

"Digital First" ist bezüglich Kommunikation das Modell der Zukunft

In einer Zeit, wo sich – inspiriert von der digitalen Transformation – viele Unternehmen mit neuartigen Geschäftsmodellen beschäftigen, hätten Kunden und Nutzer die Anspruchshaltung, digital und in Echtzeit mit Firmen kommunizieren zu können, ergänzt Politikwissenschaftlerin Fichter. Sie sieht es als logischen Schritt, dass sich der Staat an den Bedürfnissen („Digital First“) des Bürgers orientieren müsse. „Dazu braucht es jetzt einen Paradigmenwechsel“, hält sie fest, „denn viele digitale Angebote der Verwaltung sind (noch) statisch, prozessorientiert oder orientieren sich an herkömmlichen Standards.“ „Digital First“ sei in diesen Institutionen oft noch zu wenig verankert, die Kommunikation entsprechend noch nicht auf dem neuesten Stand. Auch die Weiterbildungen an der Fachhochschule St. Gallen verändern sich mit der Digitalisierung. So sagt Reto Eugster, Leiter des Weiterbildungszentrums: „Präsenzunterricht wird sich fundamental verändern müssen. Der Unterricht vor Ort wird sich verstärkt über die Qualität von Interaktion, über dialogische Aspekte, zu bewäh­ren haben.“ (Das ganze Interview gibt er hier.)

„Unser CAS Digital Public Communication and Services richtet sich an Kommunikations- und Medienverantwortliche.“

Damit die Studierenden an ihren Arbeitsstellen erfolgreich wirken können, werden sie von der FHS St. Gallen kompetent vorbereitet. „Unter anderem sorgen Best Practices und Case Studies dafür, dass die Absolventinnen und Absolventen am Schluss in der Lage sein werden, eigenständig „Gemeinde 4.0″-Konzepte zu entwickeln und umzusetzen“, sagt die Lehrgangsleiterin – und freut sich darauf, im Herbst 2017 mit dem neuen Angebot starten zu können.

Der Fakten-Check zum neuen CAS

  • Die Studierenden – Kommunikations- und Medienverantwortliche – setzen sich mit Formen der kommunikativen Aufmerksamkeitserzeugung im digitalen Kontext auseinander
  • Die Lernenden erlernen die wirksame Nutzung vielfältiger Stilmittel für sämtliche digitalen Medien
  • Konkrete Case Studies sowie Krisenkommunikation („shitstorm“) bilden weitere Eckpfeiler der Ausbildung
  • Medienarbeit im Netz – insbesondere Media-Monitoring – gehören ebenfalls zu den Lerninhalten
  • Was versteht man unter Digitaler Demokratie? Vertiefte Einblicke (E-Government, E-Demokratie) geben konkrete Antworten
  • Das Lehren und Lernen findet transferorientiert statt. Workshops und Fallstudien aus der Praxis bilden den Gegenpol zu wissenschaftlichen Inputs
  • Der Abschluss „Certificate of Advanced Studies CAS FHS St. Gallen in Digital Public Communication and Services “ verlangt nach ungefähr 18 Präsenztagen und bringt 15 ECTS-Punkte

Die Lehrgangsleitung

Adrienne Fichter ist Politologin und Social Media-Expertin. Von 2014 bis und mit 2016 durfte Adrienne Fichter die Social Media-Redaktion der NZZ aufbauen und leiten. Seit 1. Januar 2017 ist sie an der FHS St.Gallen als Lehrgangsleiterin des CAS „Digital Public Communication and Services“ tätig. Daneben arbeitet sie als freie Tech-Journalistin und schreibt derzeit ein Buch zum Thema der Digitalen Demokratie. Es erscheint im kommenden Herbst.


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