Stipendien oder Darlehen beantragen

In der Schweiz ist die Ausbildung während der obligatorischen Schulzeit an öffentlichen Schulen gratis. An weiterführenden Schulen ab Sekundarstufe II oder auf der Tertiärstufe hingegen fallen teilweise beträchtliche Kosten an. Im Sinne der Chancengleichheit ist es deshalb möglich, Stipendien oder Darlehen zu beantragen. Ein Überblick schafft Klarheit.

Ausbildungsbeiträge in Form von Stipendien oder Darlehen können im Wohnkanton beantragt werden. (© Romolo Tavani / Fotolia)
Ausbildungsbeiträge in Form von Stipendien oder Darlehen können im Wohnkanton beantragt werden. (© Romolo Tavani / Fotolia)

Ausbildungsbeiträge werden grundsätzlich in Form von Stipendien oder Darlehen vergeben. Als Stipendien werden einmalige oder wiederkehrende Beiträge bezeichnet, die nicht zurückzuzahlen sind. Darlehen hingegen sind zurückzuzahlende einmalige oder wiederkehrende Beiträge. Die Stipendienvergabe ist in der Schweiz kantonal geregelt. Die Kantone stützen sich dabei auf ihre kantonalen Stipendiengesetzgebungen.

Diverse Möglichkeiten auf Ausbildungsbeiträge

Jede Aus- und Weiterbildung kostet Geld. Hinzu kommen die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Rechtlich gesehen sind Eltern verpflichtet, ihre Kinder ­während der Erstausbildung finanziell zu unterstützen – und zwar selbst dann noch, wenn der Nachwuchs über 25 ist. Sind die finanziellen Mittel knapp, können weitere Finanzierungsmöglichkeiten wie Stipendien, Darlehen und Teilzeit-Jobs helfen.

Stipendien per Gesuch beantragen

Stipendien müssen im Wohnkanton beantragt werden. Berechnet wird aufgrund des Einkommens der Eltern. Mehrere Kantone bieten im Internet einen Stipendienrechner (zum Beispiel Kanton Zürich) an, der eine erste Einschätzung geben kann. Sicherheit, ob und wie viel Ausbildungsbeiträge man zugut hat, gibt aber nur ein schriftliches Gesuch. Da die Behandlung meist mehrere Monate dauert, lohnt sich ein möglichst früh beim entsprechenden Kanton eingereichtes Stipendiengesuch.

Darlehen als Alternative prüfen

Wer keinen Anspruch auf Stipendien hat, ist eventuell für ein kantonales Darlehen berechtigt. Anders als Stipendien muss man jedoch Darlehen nach dem Studium dem Kanton zurückzahlen. Meist ist die erste Rate ein Jahr nach Studienabschluss fällig. Für die Rückzahlung hat man in der Regel mehrere Jahre Zeit. Der Zinssatz, der nach Studienabschluss zu laufen beginnt, liegt oft unter fünf Prozent.

Private Stiftungen und Fonds um Unterstützung bitten

Es gibt auch private Stiftungen und Fonds – wie etwa die Schweizerische Studienstiftung, die Pestalozzi-Stiftung oder Educaswiss. Deren Unterstützung ist abhängig vom Wohnort, vom Einkommen oder von weiteren Kriterien. Alleinerziehende Studentinnen, Maturanden mit herausragenden Leistungen oder Waisen werden oft unterstützt. In manchen Fällen besteht auch bei der Wohngemeinde oder der besuchten Bildungsinstitution die Möglichkeit, um finanzielle Unterstützung nachzufragen. Es ist erlaubt, Anträge gleichzeitig an mehrere Stellen zu versenden. Es muss jedoch gemeldet werden, wenn zusätzlich zum kantonalen Stipendium eine private Unterstützung fliesst.

Arbeiten während des Studiums

Rund drei Viertel aller Studentinnen und Studenten gehen während des Studiums einer Erwerbstätigkeit nach. Gut die Hälfte arbeitet zwischen ­einem halben Tag und zwei Tagen pro Woche ausserhalb der Hochschule. Viele wählen das bewusst so, auch wenn es finanziell nicht unbedingt nötig wäre. Damit besteht man schon die erste Belastungsprobe für den späteren Berufsalltag und es bringt erst noch Abwechslung in den Studienalltag. Doch auch diese Möglichkeit hängt stark von der Studienrichtung und der Belastbarkeit jedes Einzelnen ab.

Mit all diesen Unterstützungshilfen sollte es für den Grossteil der Studierenden möglich sein, die Ausbildung respektive das Studium zu finanzieren. Zusammen mit der eigenen Lernbereitschaft wird so der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt.

Welche Erfahrungen hast du mit Stipendien und/oder Darlehen gemacht? Hast auch du noch einen guten Tipp dazu?



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